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Der Erlkönig

Der Erlkönig

Elena Gerhardt

1933

Lyrics

Wer reitet so spät durch

Nacht und Wind?

Es ist der Vater mit

seinem Kind. Er

hat den Knaben wohl

in dem Arm, er fasst ihn

sicher, er hält ihn

warm.

Mein Sohn, was birgst du so

bang dein Gesicht?

Siehst, Vater, du den

Erlkönig nicht?

Den Erlenkönig mit

Kron und Schweif?

Mein Sohn, es ist ein

Nebelstreif.

Du liebes Kind, komm,

geh mit mir! Gar schöne

Spiele spiel ich mit dir.

Manch bunte Blumen sind

an dem Strand, meine Mutter hat manch

gülden Gewand.

[singt] Mein Vater, mein Vater, und

hörest du nicht, was

Erlenkönig mir leise

verspricht?

[singt] Sei ruhig, bleib

ruhig, mein Kind; in dürren

Blättern säuselt der Wind.

Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?

Meine Töchter sollen dich warten schön.

Meine Töchter führen den nächtlichen

Reihn, sie wiegen

und tanzen und singen dich ein.

Sie wiegen und tanzen

und singen dich ein.

[singt] Mein Vater, mein Vater, und

siehst du nicht dort Erlkönigs

Töchter am düstern Ort?

[singt] Mein Sohn, mein

Sohn, ich seh es

genau: Es scheinen die alten

Weiden so grau.

Ich liebe dich, mich reizt deine schöne

Gestalt; und bist du nicht

willig, so brauch ich Gewalt.

[singt] Mein Vater, mein Vater, jetzt

fasst er mich an!

Erlkönig, schaudert mir ein

leids Gedanken.

[singt] Dem Vater grauset's, er

reitet geschwind, er hält

in Armen das ächzende

Kind,

erreicht den Hof mit

Müh und Not.

In seinen

Armen

das Kind

war tot.

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